Im Brennpunkt
Handystrahlung "möglicherweise krebserregend"
Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) hat Handystrahlung eingestuft als 'möglicherweise krebserregend für Menschen' (Einstufung 2B)
Laut der Internationalen Krebsforschungsagentur (Mai 2011) könnte die intensive Benutzung eines Mobiltelefons zu einem erhöhten Hirntumor-Risiko führen. Deshalb hat die IARC Funkwellen als 'möglicherweise krebserregend für Menschen' eingestuft.
Dieser Schluss wurde aus der gemeinsamen Analyse der verfügbaren epidemiologischen Studien und aus Untersuchungen an Tieren und Zellen gezogen. In den meisten Studien wurden keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hirntumore gefunden, während zwei Studien (die internationale Untersuchung Interphone und eine Meta-Analyse aus Schweden) ein erhöhtes Risiko für Gliome und in geringem Maße für Akustikusneurinome bei längerer Handynutzung (gesamte Nutzungsdauer von mehr als 1500-2000 Stunden) zeigten. Auch Untersuchungen an Tieren haben 'begrenzte Hinweise' für einen möglichen Zusammenhang gegeben.
Gut zu wissen
Die Einstufung 'möglicherweise krebserregend für Menschen' gilt für Umfeldfaktoren und Stoffe, die 'begrenzte epidemiologische Hinweise' im Zusammenhang mit Krebs geben. Bei 'begrenzten Hinweisen' ist es noch möglich, dass der gefundene Zusammenhang nur scheinbar ist und dass Zufall oder eine Verzeichnung die Ergebnisse beeinflusst. Der Sicherheitsgrad wenn Etwas eingestuft ist als 'möglicherweise krebserregend für Menschen' ist geringer als bei den Einstufungen 1 ('krebserregend') und 2A ('wahrscheinlich krebserregend'). Wenn man noch weniger Hinweise hat, stuft man eine Stoffe ein wie 'nicht klassifizierbar' (3). Schließlich hat man die Einstufung 4, 'wahrscheinlich nicht krebserregend'.
Die IARC betont, dass eine weitere Untersuchung notwendig ist und empfiehlt inzwischen die Mobilfunkexposition niedrig zu halten, indem ein Kopfhörer benutzt wird oder Kurzmitteilungen eingegeben werden. Auf die Seite 'Der bewusste Umgang mit Handys' geben wir noch mehr Tipps.
Worum handelt es sich?
Es handelt sich um Mobiltelefone und in geringerem Maße um drahtlose Haustelefone. Die meisten Studien konzentrieren sich auf die Nutzung von Mobiltelefonen wegen ihrer großen Verbreitung, ihrer Benutzung nah am Kopf und ihrer relativ große Sendeleistung (1-2 W) im Vergleich zu anderen drahtlosen Geräten, wie einem DECT-Telefon, einem Babyfon, einem WiFi-Adapter oder einem Bluetooth-Kopfhörer.
Gut zu wissen
Die dritte Generation von Mobiltelefonen (UMTS) hat eine kleinere Sendeleistung (0,1 W) als die der zweiten Generation (GSM, 1-2 W). Die Belastung durch Funkwellen aus einem DECT-Telefon ist fünfmal kleiner als die eines Handys.
Worum handelt es sich nicht?
Es handelt es sich nicht um Geräte wie WIFI, Bluetooth oder Mikrowellenherde. Diese wurden nicht in der Evaluation des IARCs berücksichtigt. Es handelt sich auch nicht um Sendemasten für Mobiltelefonie. Die IARC ist der Meinung, dass die Untersuchung nach den Folgen dieser Quellen unzureichend ist, um Schlüsse daraus zu ziehen.
Gut zu wissen
Die Exposition durch Funkwellen aus Sendemasten ist mehr als 10.000 Male kleiner als die Exposition durch Nutzung von Mobiltelefonen.