Um der Herausforderung der invasiven gebietsfremden Arten (IAS) zu begegnen und die Risiken zu erfassen, die sie für die Biodiversität darstellen, muss die Biologie des Tieres oder der Pflanze genau bekannt sein sowie deren Fähigkeit, sich in Belgien anzusiedeln.

Risikobeurteilung

Mitgliedsstaaten, die eine Art in die europäische Liste aufnehmen lassen wollen, führen auf nationaler Ebene Risikobeurteilungen durch. Diese wissenschaftlichen Analysen gestatten, das genaue Risiko zu bestimmen, das von dem Tier oder der Pflanze für die nationale Biodiversität ausgeht. Sie können ebenfalls die Risiken für Wirtschaft, Volksgesundheit und/oder Tiergesundheit auf nationaler Ebene beleuchten.

Im Rahmen des durch die Verordnung ins Leben gerufenen wissenschaftlichen Forums für invasive gebietsfremde Arten werden diese Analysen zuerst von Wissenschaftlern der vereinten Mitgliedsstaaten geprüft.

Danach folgt eine Prüfung auf politischer Ebene durch die im europäischen Ausschuss für invasive gebietsfremde Arten vereinten Mitgliedsstaaten. Dieser Ausschuss beschließt, ob die der Risikobeurteilung unterzogenen Arten in die Liste aufgenommen werden oder nicht.

Die GD Umwelt des Föderalen Öffentlichen Dienstes Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt beteiligt sich in Zusammenarbeit mit den Regionen an der Risikobeurteilung mehrerer Arten. Auf europäischer Ebene wurden bestimmte Beurteilungen zur Aufnahme in die Liste der besorgniserregenden Arten vorgeschlagen.

Ein belgisches Forum

Auf rein wissenschaftlicher Ebene stellt das Belgian Forum on Invasive Species (belgisches Forum für invasive Arten) eine informelle Arbeitsgruppe dar, deren Ziel die Sammlung verschiedener wissenschaftlicher Daten zu den IAS ist. Deren Website, die von der belgischen Plattform über die Biodiversität verwaltet wird, bietet Informationen in Hülle und Fülle. Dort findet sich zum Beispiel eine Liste mit 101 invasiven gebietsfremden Arten in Belgien, die hier seit 1500 und der Entdeckung Amerikas vorkommen, und deren aktuelle Situation (angesiedelt, weitgehend angesiedelt oder isoliert). Ebenso findet sich dort der Zugang zur Harmonia-Datenbank, die eine Schwarze Liste der bedrohlichsten Arten führt (Blacklist).

Das Forum bildet auch die Kontaktstelle für die Gruppe der Fachleute zu den IAS der IUCN (International Union for Conservation of Nature - internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen).

DAISIE-Projekt

Wissenschaftliche Daten auf europäischer Ebene liegen insbesondere dank des DAISIE-Projekts vor, das finanziell von der Europäischen Kommission unterstützt wurde. Auf der DAISIE-Website finden sich verschiedene Daten zu den IAS in Europa, zu den betroffenen Regionen sowie zu den Fachleuten, die auf IAS spezialisiert sind.