Das Sicherheitsdatenblatt wird durch Artikel 31 und Anhang II der REACH-Verordnung für jeden Stoff und jedes Gemisch verlangt. Dieser Anhang nimmt die Gesamtheit der Informationen auf, die auf dem Blatt angegeben sein müssen. Das Sicherheitsdatenblatt muss mindestens in der oder den offiziellen Sprache der Sprachregion abgefasst sein, in der die Stoffe oder Gemische angeboten werden.

Der Händler eines Stoffes oder eines Gemischs muss dem Empfänger des Stoffes oder des Gemischs ein Sicherheitsdatenblatt liefern:
a) wenn ein Stoff oder ein Gemisch den Einstufungskriterien als Gefahrstoff oder -gemisch entspricht 
oder
b) wenn ein Stoff beständig, bioakkumulierbar und toxisch oder sehr beständig und sehr bioakkumulierbar ist  
oder
c) wenn ein Stoff auf der Liste steht, die nach Artikel 59, Absatz 1 der REACH-Verordnung erstellt wurde, aus anderen Gründen als unter den Punkten a) und b) genannt.

Der Händler liefert dem Empfänger auf Anfrage ein Sicherheitsdatenblatt, falls das Gemisch nicht den Einstufungskriterien als Gefahrgemisch entspricht, sondern Folgendes enthält:
a) mindestens einen Stoff, der eine Gesundheits- oder Umweltgefahr darstellt in Einzelkonzentration von ≥ 1 Gew.-% für andere als gasförmige Gemische oder mehr als 0,2 Vol.-% bei gasförmigen Gemischen
oder
b) mindestens einen beständigen, bioakkumulierbaren und toxischen Stoff oder einen sehr beständigen und sehr bioakkumulierbaren Stoff, gemäß den Kriterien in Anhang XIII oder genannt in der Liste, die nach Artikel 59, Absatz 1 erstellt worden ist, für andere als unter a) genannte Gründe, in Einzelkonzentration  0,1 Gew.-% für andere als gasförmige Gemische
oder
c) ein Stoff, für den Expositionsgrenzwerte am Arbeitsort bestehen gemäß den Bestimmungen der europäischen Gemeinschaft.

Die im Sicherheitsdatenblatt angegebenen Informationen müssen mit denen des Stoffsicherheitsberichts übereinstimmen, soweit dieser verlangt wird.

Das Sicherheitsdatenblatt muss nicht geliefert werden, soweit keine Anfrage eines Anwenders oder Händlers vorliegt, wenn Gefahrstoffe oder -gemische, die für private Verbraucher bestimmt sind, von ausreichenden Informationen begleitet werden. Diese Informationen müssen den Anwendern ermöglichen, die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der Sicherheit und der Umwelt zu treffen.

Das Sicherheitsdatenblatt muss überarbeitet werden, wenn wesentliche Änderungen der Zusammensetzung vorgenommen werden. Allerdings dürfen die nach der alten Gesetzgebung erfolgten Einstufungen, also die nach Verordnung (EG) 1999/45, bis zum 1. Juni 2015 auf dem Sicherheitsdatenblatt stehen bleiben.

Weitere Informationen über die Erstellung des Sicherheitsdatenblatt (SDB) finden sich in den Leitlinien, die von der ECHA erstellt worden sind: „Leitlinien zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern“.

Das Sicherheitsdatenblatt kann auch von anderen gesetzlichen Vorschriften verlangt werden.