Belgien ist ein Land, in dem Absprachen für eine kohärente Behandlung von Umweltfragen unerlässlich sind. Deshalb hat der Konzertierungsausschuss, der Absprachen ermöglicht, wenn die Regionalregierungen und die Föderalregierung gemeinsam bestimmte politische Probleme anschneiden müssen, die interministerielle Konferenz „Umwelt“ (IKU) gegründet. Bei dieser Konferenz können umweltpolitische Entscheidungen in Absprache mit den betroffenen Mitgliedern der Föderalregierung und der Regionalregierungen getroffen werden. Überschreiten die behandelten Fragen den Umweltbereich, werden die für die betroffenen Bereiche zuständigen Minister ebenfalls zu dieser Konferenz eingeladen.

Die interministerielle Konferenz „Umwelt“ (IKU) setzt sich aus regionalen und föderalen Ministern zusammen, die für die Bereiche Umwelt und Natur zuständig sind. Das Sekretariat wird vom AKIUP-Sekretariat der Generaldirektion Umwelt des FÖD Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt geführt. Der Vorsitz wird abwechselnd von den drei Regionen und vom Föderalstaat geführt.

Die interministerielle Konferenz „Umwelt“ trifft Entscheidungen in den Dossiers, für die eine gemeinsame Entscheidung notwendig ist. Das Sondergesetz vom 8. August 1980 über institutionelle Reformen legt die spezifischen Themen fest. Demnach muss der Föderalstaat die Regionen bei der Festlegung von Produktnormen (Artikel 6, § 4, 1°) mit einbeziehen. Die Regionen müssen beispielsweise auch Absprachen über Wälder, die sich über mehrere Regionen erstrecken, oder den Beginn der Jagdsaison treffen.

Für Entscheidungen, die auch andere Zuständigkeitsbereiche betreffen, wird die interministerielle Konferenz „Umwelt“ (IKU) um die betroffenen Mitglieder des Föderalstaates, der Regional- oder Gemeinschaftsregierungen erweitert.
In zwei Fällen wird die Zusammensetzung der IKU in einem Zusammenarbeitsabkommen festgelegt:
• die interministerielle Konferenz „Umwelt“, erweitert auf das Klima: Sie besteht unter anderem aus den Energie-, Transport-, Steuer-, Entwicklungszusammenarbeit- und Wirtschaftsministern (vgl. „Zusammenarbeitsabkommen über das Klima“ in Bezug auf die Erstellung, Durchführung und Überwachung eines nationalen Klimaplans sowie Berichterstattung im Zuge des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen in Bezug auf Klimaänderungen (Belgisches Staatsblatt vom 27. Juni 2003);
• die interministerielle Konferenz „Umwelt“, erweitert auf das REACH-Abkommen (vgl. „Zusammenarbeitsabkommen REACH“ in Bezug auf die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (Belgisches Staatsblatt vom 14. März 2012).