Unsere derzeitigen Produktions- und Verbrauchsweisen sind eine der Hauptursachen für die exzessive Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, die Schädigung unserer Umwelt und die Klimaveränderungen.
Eine tiefgreifende Änderung unserer Lebensweisen ist daher notwendig. In diesem Kontext ist die Beteiligung jedes Akteurs - Unternehmen, Verbraucher, öffentliche Hand – wesentlich.

Über ihren gesamten Lebenszyklus (vom Abbau der Rohstoffe über Produktion, Transport und Verwendung bis hin zum Lebensende) wirken die Produkte auf die Umwelt ein (z.B.: Verlust der Biodiversität, Luftverschmutzung, Wasserverunreinigung, usw.). Hinzu kommt, dass unsere Gesellschaft durch eine mehr und mehr intensive Nutzung der materiellen Güter charakterisiert ist, während die Lebensdauer der Produkte immer kürzer wird.

Wir müssen daher unsere Produktions- und Verbrauchsweisen überdenken, um sie nachhaltiger zu gestalten.

Diese Überlegungen erstrecken sich auf alle Verwaltungsebenen:
- internationale Organisationen
- Europäische Union
- Föderalstaat

Die internationalen Organisationen

Auf internationaler Ebene war 2012 bei der UNO-Konferenz über nachhaltige Entwicklung („Rio+20“) ein Zehnjahresrahmenplan (10 Years Framework Program) für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion verabschiedet worden.  

Die europäische Union

Die europäische Union hat 2008 einen Aktionsplan für nachhaltige Produktions- und Verbrauchsstrukturen und für eine nachhaltige Industriepolitik verabschiedet. Dieser Plan betont die Notwendigkeit einer performanten Produktpolitik und der Unterstützung ökologischer Innovationen, damit die europäischen Unternehmen sich an die Märkte der Zukunft anpassen können, sowie der Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit der Ökoindustrien.

Die Maßnahmenhebel der Föderalregierung
Die föderale Umweltpolitik verfügt über verschiedene bedeutende Hebel über ihre ausschließliche Zuständigkeit für das Inverkehrbringen von Produkten und Dienstleistungen.

Die großen Linien dieser Politik zielen ab auf:
1. Garantie eines Mindestniveaus bei der Umweltqualität von Produkten und Dienstleistungen
2. Arbeit an der Berechnung der Umweltauswirkungen der Produkte
3. Unterstützung des Verbrauchers bei der Wahl umweltfreundlicher Produkte
4. Zusammenarbeit mit den Vertriebsunternehmen
5. Einführung eines nachhaltigen öffentlichen Beschaffungswesens

Damit diese Politik umgesetzt werden kann, finden regelmäßige Treffen zwischen der Generaldirektion Umwelt und den Unternehmen, den Verbrauchervereinigungen, den Umweltorganisationen und den Gewerkschaften statt.

1. Garantie eines Mindestniveaus bei der Umweltqualität aller in Verkehr gebrachten Produkte und Dienstleistungen durch Festlegung von Normen.

Die GD Umwelt möchte den Markt schrittweise auf hohem Niveau angleichen und alle Verbraucher schützen. Diejenigen Produkte, die sowohl die menschliche Gesundheit als auch die Umwelt schonen, müssen die Norm werden und dürfen nicht mehr nur gut informierten Personen vorbehalten sein.

Diejenigen Normen für Produkte, die die stärksten Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit haben, werden vorrangig behandelt. Sie beziehen sich auf drei Themenbereiche: Wohnen, Transport und Ernährung.

Die Festlegung dieser Normen wird sowohl durch europäische wie nationale gesetzliche Bestimmungen geregelt.

2. Arbeit an der Berechnung der Umweltauswirkungen der Produkte

Seit mehreren Jahren ist die GD Umwelt an der Entwicklung von Methoden beteiligt, mit denen sich die Umweltauswirkungen der Produkte sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene berechnen lassen.

Wenn die Umweltauswirkungen in Zahlen erfasst und bekannt sind, hat jeder Akteur der Kette (Hersteller, Vertreiber, Verbraucher) einen klareren Blick auf die Verbesserungen, die auf seiner Ebene möglich gemacht werden können. Wenn die Hersteller Entscheidungen hinsichtlich des Produktdesigns, der Rohstoffe, der Produktionsweisen treffen und die Vertreiber über Transport, Produktion von Eigenmarken, Auswahl der Produktarten, die in das Regal gelangen, dann können die Verbraucher entscheiden, ob sie ein Produkt kaufen oder nicht.

3. Unterstützung des Verbrauchers bei der Wahl der umweltfreundlichsten Produkte

Das europäische Umweltlabel ist das einzige Umweltlabel, das offiziell von den öffentlichen Behörden in Belgien unterstützt wird. Dank diesem Label erkennt der Verbraucher unmittelbar die Produkte, die eine Reihe von Umwelt- und Gesundheitsanforderungen erfüllen. Diese Kriterien werden von den Föderalbehörden auf unabhängige Weise kontrolliert.

Ecolabel_logookbat2010
Logo des europäischen Ecolabes 
 
4. Zusammenarbeit mit den Vertriebsunternehmen

Die Vertriebsunternehmen (Großhändler, Einzelhändler und andere Wiederverkäufer) sind zu wichtigen Akteuren des Marktes geworden. Über diese zwischengeschalteten Stellen wählen die Kunden die angebotenen Produkte aus.

2011 sind zwei Vereinbarungen mit den Sektoren unterzeichnet worden, um die Vielfalt des Produktangebots zu erhöhen, das den spezifischen Umweltkriterien entspricht. Die erste dieser Vereinbarungen betrifft diejenigen Produkte, die auf Holzwerkstoffen beruhen; die zweite bezieht sich auf Reinigungsmittel.

5. Nachhaltiges öffentliches Beschaffungswesen

Durch ihre Beschaffungspolitik kann die öffentliche Hand auf die Märkte einwirken und Änderungen einleiten. In dieser Perspektive sind Leitfäden für nachhaltige Beschaffung entwickelt worden, die die Behörden bei ihren Entscheidungen unterstützt.