Die föderalen Maßnahmen bestehen in der Festlegung der Maßnahmen, mit denen eine Einschleppung invasiver Arten nach Belgien verhindert wird. Es handelt sich um gesetzliche Maßnahmen ebenso wie um die Aufklärung der Öffentlichkeit.

Das Gesetz vom 12. Juli 1973 zur Erhaltung der Natur

Seit Juli 2012 wird die föderale Gesetzgebung durch präzisere Bestimmungen gestärkt.

Es wurden fünf spezifische Ziele zum Gesetz zur Erhaltung der Natur vom 12. Juli 1973 hinzugefügt. Es handelt sich um die folgenden neuen Elemente:

  1. der König kann den Import, den Export und den Transit invasiver gebietsfremder Arten untersagen sowie deren Genehmigung von einer vorherigen Genehmigung, Registrierung oder Notifizierung abhängig machen;
  2. der Staat hat die Möglichkeit, Branchenvereinbarungen mit den Unternehmen zu schließen, die an der Verbreitung gebietsfremder Arten beteiligt sind;
  3. der König kann ein Beratungsgremium einberufen, das ein Gutachten zu Import, Export und Transit gebietsfremder Pflanzen und Tiere, einschließlich der IAS erstellt;
  4. Aktualisierung der Strafmaßbestimmungen, die verschärft worden sind;
  5. Einführung der Möglichkeit zur Verhängung von Verwaltungsstrafen für den Fall von Verstößen;
  6. Aktualisierung der Bestimmung über das zuständige Personal zur Kontrolle der Anwendung des Gesetzes und der Durchführungsbeschlüsse für den Teil, der sich auf Import, Export und Transit bezieht:
  • Beamten des FÖD Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt [früher: vom Landwirtschaftsminister zugewiesene Beamte]
  • Zoll [neu]
  • Föderale und lokale Polizei [früher: Gendarmerie]

Die Generaldirektion Umwelt des FÖD Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt arbeitet an der Umsetzung der neuen gesetzlichen Bestimmungen über den Erhalt der Natur. Insbesondere versucht die Generaldirektion zu bestimmen, welche Arten Reglementierungen für Import, Export und Transit unterworfen werden müssen.

Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit

Zwecks Sensibilisierung der Öffentlichkeit vervielfacht die Generaldirektion Umwelt des FÖD Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt die Kommunikationsmaßnahmen. Sie verbreitet präzise Informationen über die Risiken dieser Arten für die Biodiversität. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist der erste Schritt, um das Eindringen invasiver Arten zu unterbinden.

Invasive Wasserpflanzen

Der FÖD und die Plattform Biodiversität haben das Faltblatt „Invasive Wasserpflanzen“ herausgegeben, das Ihnen hilft, die wichtigsten Pflanzen zu erkennen, die eine Bedrohung der Umwelt darstellen, sowie die alternativen Arten, die ohne Nachteil für die Biodiversität verwendet werden können.

Spiel- und Erziehungsbroschüre

Für die breite Öffentlichkeit wurde unter dem Titel „SOS Invasion“ eine Broschüre in Fächerform erstellt und in großem Umfang verteilt. Sie erklärt das Phänomen und stellt die häufigsten Arten in Belgien vor.

Ein Studientag

Außerdem wurde ein Studientag „SOS Invasion“ in Brüssel organisiert, veranstaltet von den maßgeblichen belgischen Einrichtungen. Im Verlauf dieses Treffens diskutierten Fachleute und politische Entscheidungsträger die jüngsten der in Belgien ermittelten Untersuchungsergebnisse.

Branchenspezifische Beratung

Schließlich hat die Generaldirektion Umwelt 2008 eine groß angelegte Beratung der Gartenbaubetriebe durchgeführt. Dieser Runde Tisch bot der Branche die Möglichkeit, ihre Probleme zu schildern und Erfordernisse zum Kampf gegen die Verbreitung dieser Arten zu definieren. Das Ziel besteht eindeutig darin, die konkreten Maßnahmen zu bestimmen, um die Einführung invasiver gebietsfremder Arten in Belgien und deren Verbreitung zu unterbinden. Dies fand Eingang in den Verhaltenskodex ALTERIAS. Seitdem bietet eine steigende Zahl von Gartenbaubetrieben ihren Kunden verschiedene Veröffentlichung zur Sensibilisierung an.  

Was können wir im Alltag tun?

Ungeachtet der Motivation für die willentliche Einführung einer neuen Art nach Belgien, muss man sich die Frage stellen, ob nicht innerhalb der lokalen Biodiversität  eine einheimische Art als Alternative existiert.

Sodann können wir zur Verringerung der Bedrohung einer biologischen Invasion beitragen, indem wir:

  • kein exotisches Haustier kaufen und, falls dies bereits geschehen sein sollte, dieses Tier einer Facheinrichtung anvertrauen, falls wir uns nicht länger darum kümmern können;
  • keine Gartenabfälle und Teichrückstände in der freien Natur entsorgen;
  • keine Pflanzen oder Tiere von unseren Reisen mitbringen (bestimmte Arten dürfen übrigens nicht exportiert werden gemäß der internationalen CITES-Konvention)

Indirekte Maßnahmen, wie unnötige Fahrten zu vermindern und den Konsum lokaler Produkte vorzuziehen, die einen geringeren Transportaufwand erfordern, tragen ebenfalls zu einer Verbesserung bei.

Unterrichten Sie Ihre Freunde und Kollegen über die Risiken, die mit invasiven gebietsfremden Arten verbunden sind, und über die Wege, wie sie vermindert werden können.