Identifizierung von Equiden

Pferde, Esel und Zebras gehören alle zur Gattung der Equiden. In Belgien ist es Pflicht, diese Tiere identifizieren und registrieren zu lassen (KE vom 16.02.2016).

 

Was ist die Identifizierung?

Die Identifizierung besteht aus drei Komponenten: einem Mikrochip im Hals des Tieres, dem Equidenpass und der Speicherung in der zentralen Datenbank der Confédération belge du cheval (CBC).

Diese ermöglicht es :

  • Tiere, die an einer schweren Erkrankung leiden, schnell zu erkennen und sie bei Risiken für die Tiergesundheit zu isolieren;
  • Pferde, die mit bestimmten Arzneimitteln behandelt wurden, aus der Nahrungsmittelkette auszuschließen (siehe Abschnitt 'Behandlung mit Arzneimitteln');
  • Diebstähle zu bekämpfen.

Der Equidenhalter muss die Identifizierung und Registrierung des Tieres vor Vollendung des 1. Lebensjahres vollzogen haben.

Unter Halter ist die Person zu verstehen, die für die tägliche Versorgung des Equiden zuständig ist :

  • der Besitzer selbst, wenn das Tier bei ihm untergebracht ist;
  • die Person, die vom Besitzer mit der Versorgung des Equiden beauftragt wurde;
  • Bei Equiden, die in einer Pferdepension oder einem Reiterhof untergebracht sind, handelt es sich dabei um:
    • den Besitzer, wenn er sich regelmäßig um sein Tier kümmert;
    • die Person, die vom Besitzer mit der Versorgung des Equiden beauftragt wurde;
    • die für den Reiterhof oder die Pferdepension verantwortliche Person, wenn der Besitzer nicht regelmäßig die Versorgung des Tieres auf sich nimmt.

 

Verfügbarkeit des Equidenpasses

Der Equidenpass muss jederzeit am Aufenthaltsort des Equiden zur Verfügung stehen, außer wenn das Tier:

  • auf der Weide oder im Stall steht und der Equidenpass unverzüglich vorgelegt werden kann;
  • zu Fuß in der Nähe seines Aufenthaltsortes bewegt wird, z. B. wenn es geritten wird;
  • ein nicht entwöhntes Fohlen ist, das die Mutterstute bzw. die Ziehmutterstute begleitet;
  • an einem Training, einer Veranstaltung oder einem Turnier teilnimmt und dafür das Turnier- oder Veranstaltungsgelände vorübergehend verlassen muss;
  • in einer Notfallsituation transportiert werden muss.

Wird das Pferd in einer Pferdepension, einem Reiterhof oder irgendeiner anderen Einrichtung untergebracht, muss der Betreiber über den Equidenpass verfügen. Eine Abschrift ist erlaubt, sofern die Originalunterlage binnen 3 Stunden vorgelegt werden kann.

Wichtiger Hinweis: Der Equidenpass ist keine Eigentumsurkunde!

 

Ausnahmeregelung für die Registrierung

Equiden werden nicht in die zentrale Datenbank eingetragen, wenn sie:

  • nicht länger als 90 Tage in unserem Land verbleiben (z. B. für ein Turnier, eine Pferdeschau, ein Training oder Holzrückeinsätzen);
  • nur für die Beschälzeit auf belgischem Staatsgebiet verbleiben;
  • innerhalb von 10 Tagen nach ihrer Einfuhr in Belgien geschlachtet werden, sofern sie direkt vom Bestimmungsort zum Schlachthof befördert werden;
  • aus medizinischen Gründen in einer belgischen Tierklinik untergebracht sind;

 

Ausnahme für "wildlebende" Equiden in zugelassenen Tierparks und Reservaten

In zugelassenen Naturreservaten bzw. zugelassenen Tierparks streifen Equiden wild bzw. halbwild herum. Solange sie nicht verbracht oder gezähmt werden, brauchen sie keinen Equidenpass.

Der Verantwortliche für das Naturreservat oder den Tierpark muss diese Ausnahmeregelung per E-Mail bei dem Dienst Gesundheitspolitik für Tier- und Pflanzen des FÖD (apf.vetserv@sante.belgique.be) beantragen.

 

Wann und wie soll ich einen Equiden identifizieren lassen?

In Belgien müssen Equiden vor Vollendung des 1. Lebensjahres identifiziert und registriert sein.

Das Identifizierungsverfahren unterscheidet sich je nachdem, ob es sich um ein im Zuchtbuch eingetragenes Pferd oder um einen Zucht- oder Nutzequiden handelt. Schlachtfohlen unterliegen Sonderbestimmungen.

 

Equiden, die im Zuchtbuch eingetragen sind

  1. Stellen Sie einen Antrag auf Identifizierung bei der Züchtervereinigung, die das Zuchtbuch der betreffenden Rasse führt. Suchen Sie einen Identifizierer (zugelassenen Tierarzt) aus dem Verzeichnis aus, es sei denn, dass die Züchtervereinigung die Beschreibung des Equiden durch einen Vertreter des Zuchtbuches erstellen lässt.
  2. Nach Eingang Ihrer Zahlung schickt die Confédération belge du Cheval (CBC) Ihnen oder der zugelassenen Züchtervereinigung die Identifizierungsunterlagen.
  3. Lassen Sie Ihr Tier identifizieren. Hat der Equide noch keinen Mikrochip, pflanzt der Identifizierer einen ein. Er füllt außerdem die Identifizierungsbescheinigung aus. Nimmt der Vertreter des Zuchtbuchs die Beschreibung selbst auf, darf er die Identifizierungsbescheinigung ausfüllen.
  4. Die Züchtervereinigung erteilt den Equidenpass.

 

Equiden, die nicht im Zuchtbuch eingetragen sind (Zucht- und Nutzequiden)

  1. Stellen Sie einen Antrag auf Identifizierung bei der Confédération belge du Cheval (CBC). Sie können dies sowohl online als auch anhand eines Papiervordrucks tun. Suchen Sie einen Identifizierer (zugelassenen Tierarzt) aus dem Verzeichnis aus.
  2. Nach Eingang Ihrer Zahlung erhalten Sie die Identifizierungsunterlagen.
  3. Lassen Sie Ihr Tier identifizieren. Hat der Equide noch keinen Mikrochip, pflanzt der Identifizierer einen ein. Er füllt außerdem die Identifizierungsbescheinigung aus.
  4. Die CBC erteilt den Equidenpass.

 

Schlachtfohlen

Bei weniger als 12 Monate alten Schlachtfohlen wird nur ein Mikrochip eingepflanzt und eine Beschreibung erstellt. Sie dürfen den Geburtsbetrieb nicht verlassen und müssen direkt zum Schlachthof befördert werden..

 

Behandlung mit Arzneimitteln

Jeder Equide wird von Geburt an als ein Tier zur Nahrungsmittelerzeugung angesehen, das in die Nahrungsmittelkette gelangen kann. Deshalb muss die Behandlung von Equiden mit Arzneimitteln streng überwacht und kontrolliert werden. Ein Pferd kann nach bestimmten medikamentösen Behandlungen zeitweilig (sechs Monate) oder endgültig aus der Nahrungsmittelkette ausgeschlossen werden. Die Behandlung eines Equiden mit Arzneimitteln wird im Equidenpass festgehalten (Kapitel IX des alten Modells bzw. Abschnitt 2 des neuen Modells).

Bevor der Tierarzt einen Equiden behandeln darf, muss er den Status des Tieres (zum menschlichen Verzehr bestimmt oder nicht) im Equidenpass nachprüfen. Handelt es sich um ein Tier, das zur Lebensmittelerzeugung genutzt wird, muss der Tierarzt eine zugelassene Behandlung wählen. Erweist sich dies als unmöglich, muss er den Status des Equiden ändern.

Als Halter haben Sie jederzeit die Möglichkeit, die Endbestimmung Ihres Equiden zu ändern und ihn somit endgültig aus der Nahrungsmittelkette auszuschließen. Es ist eine wichtige Entscheidung, denn das Tier verliert in diesem Fall seinen wirtschaftlichen Wert. Equiden können über dreißig Jahre alt werden und müssen ihr ganzes Leben angemessen versorgt werden.

Der FÖD Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt, die Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette und die Föderalagentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte haben eine Zusammenfassung der Regeln zur Behandlung von Equiden mit Arzneimitteln erstellt.

 

Equidenpass verloren?

Ist der Equidenpass Ihres Tieres unauffindbar, müssen Sie ein Duplikat oder ein Ersatzdokument beantragen.

 

Ein Duplikat beantragen

In Belgien ausgestellter Equidenpass

Beantragen Sie ein Duplikat bei der Stelle, die den ursprünglichen Equidenpass ausgestellt hat: Es geht dabei entweder um Ihre Züchtervereinigung (bei Equiden, die im Zuchtbuch eingetragen sind) oder um die Confédération belge du Cheval (bei Zucht- und Nutzequiden, Equiden, die nicht im Zuchtbuch eingetragen sind). Diese Stelle bestimmt einen Identifizierer, der mit der Kontrolle der Identifizierung des Tieres beauftragt wird.

Wird die Identität des Tieres festgestellt und ist das Tier nach wie vor als zur Einführung in die Nahrungsmittelkette bestimmt registriert, kann die Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (FASNK) aus Vorsorge entscheiden, dass das Tier während 6 Monate (nach Ausstellung des Duplikates) nicht für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden darf. Wurde der Status geändert oder der Wechsel des Halters nicht registriert, wird das Tier endgültig aus der Nahrungsmittelkette ausgeschlossen.

In einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellter Equidenpass

Wenden Sie sich an die Stelle, die den ursprünglichen Equidenpass ausgestellt hat, um ein Duplikat zu erhalten.

 

Was passiert nun, wenn die Identität eines Equiden nicht festgestellt werden kann?

In diesem Fall wird das Tier endgültig aus der Nahrungsmittelkette ausgeschlossen. Die Confédération belge du Cheval stellt ein Ersatzdokument für den Equidenpass aus.

 

Ihr Equide ist in einem Zuchtbuch eingetragen, Sie wollen aber kein Duplikat

Die Confédération belge du Cheval stellt in diesem Fall ein Ersatzdokument aus. Es ist darauf hinzuweisen, dass Sie sich dann auf die Abstammung Ihres Equiden nicht mehr berufen dürfen.

 

Einen Equiden kaufen, verkaufen oder verschenken

Einen Equiden kaufen

  • Fragen Sie den Equidenpass des Tieres und überprüfen Sie ihn sorgfältig.
  • Kontrollieren Sie, dass das Tier tatsächlich in der zentralen Datenbank der Confédération belge du Cheval eingetragen ist.
  • Lassen Sie sich nach dem Kauf als neuer Halter registrieren.

Wichtiger Hinweis: Wer einen nicht identifizierten und/oder nicht registrierten Equiden kauft, riskiert eine Strafe.

Ihren Equiden verkaufen oder verschenken

  • Übergeben Sie dem neuen Halter den Equidenpass.
  • Setzen Sie die Confédération belge du Cheval, den Verwalter der zentralen Datenbank davon in Kenntnis, dass Sie nicht länger der Halter des Tieres sind. Verwenden Sie dazu das Datenänderungsdokument oder loggen Sie sich auf der Website ein und führen Sie selbst die Datenänderung durch.

 

Ein- und Durchfuhr von Equiden

Infuhr in Belgien aus einem anderen EU-Mitgliedstaat

Sie sind Halter eines in einem anderen Mitgliedstaat identifizierten Equiden und möchten ihn nach Belgien holen? Die Bedingungen und das Verfahren werden weiter unten beschrieben:

  • Ihr Equide muss einen Equidenpass, einen Mikrochip (oder eine andere gültige Markierung) und eine im Herkunftsland ausgestellte Tiergesundheitsbescheinigung haben.
  • Lassen Sie Ihren Equiden innerhalb von 30 Tagen nach dessen Ankunft in Belgien in der zentralen Datenbank der Confédération belge du Cheval (CBC) registrieren. Tun Sie dies auf jeden Fall  bevor Sie ihn verkaufen oder verschenken. Nur Equiden, die binnen 10 Tagen nach Ankunft direkt geschlachtet werden, müssen nicht registriert werden. Um Ihren Antrag auf Registrierung zu stellen, brauchen Sie den Equidenpass und eine Abschrift der Tiergesundheitsbescheinigung.

Liegen die erforderlichen Unterlagen nicht vor, kann die zuständige Kontrollbehörde (die Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette - FASNK) Strafen verhängen oder andere Maßnahmen ,wie z. B. ein Bluttest auf infektiöse Anämie anordnen.

 

Einfuhr in Belgien aus einem Drittland

Sie sind Halter eines Equiden aus einem Drittland (Nicht-EU-Staat) und möchten ihn nach Belgien holen? Die Bedingungen und das Verfahren werden weiter unten beschrieben:

  • Ihr Equide muss im Besitz einer im Herkunftsland ausgestellten Tiergesundheitsbescheinigung sein. Die Frist für die Identifizierung und Registrierung in Belgien wird nach dem Datum der Ausstellung der besagten Bescheinigung berechnet.
  • Stellen Sie einen Antrag auf Identifizierung und Registrierung bei der belgischen Ausstellungsstelle (Züchtervereinigung, die das Zuchtbuch führt oder CBC) innerhalb von 30 Tagen nach Ankunft des Equiden.
  • Hat das Tier bereits einen Equidenpass, müssen Sie Ihrem Antrag eine Abschrift davon beifügen, sodass die Ausstellungsstelle seine Übereinstimmung mit dem EU-Muster überprüfen kann. Nach Entrichtung des Pauschalbetrags erhalten Sie die Identifizierungsunterlagen (siehe auch den Abschnitt 'Wann und wie soll ich einen Equiden identifizieren lassen?').
  • Nur Equiden, die binnen 8 Tagen nach Ankunft geschlachtet werden, müssen weder registriert noch identifiziert werden.

     

Mit einem Equiden in ein anderes Land reisen

Sie möchten mit Ihrem Equiden von Belgien aus in ein anderes Land verreisen? Sie brauchen hierzu eine Tiergesundheitsbescheinigung. Wenden Sie sich an die Provinziale Kontrolleinheit der Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (PK der FASNK).

Ausnahme für Verbringungen innerhalb der Benelux-Grenzen (Belgien-Niederlande-Luxemburg):

Eine Tiergesundheitsbescheinigung ist nicht erforderlich für Equiden, die an Wettkämpfen, Reitsport-, Kultur- oder Freizeitveranstaltungen teilnehmen, für Equiden, die zum Weidegang oder zu zeitlich begrenzten Arbeitsleistungen bestimmt sind, und für Equiden, die zur Tierklinik befördert werden.

Weitere Informationen zu Auslandsreisen mit Equiden finden Sie in der Broschüre 'Sie verreisen ins Ausland mit Ihrem Equiden?'.

 

          Kontaktperson :

          Daphné Tamigniaux (daphne.tamigniaux@gesundheit.belgien.be)

        

         Rechtsvorschriften :