Das Streben nach einem sauberen, gesunden, sicheren und produktivem Meer mit einer reichen und vielgestaltigen Biodiversität und einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Meeresumwelt verlangt eine langfristige Planung.

• Das Gesetz von 20. Januar 1999 über den Schutz der Meeresumwelt in den Seegebieten unter belgischer Hoheit, besser bekannt als „Meeresumweltgesetz“ oder „MMM-Gesetz“, stellt den rechtlichen Rahmen dar zum Schutz des belgischen Teils der Nordsee vor Verschmutzungen und für die Realisierung der Ziele der Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Natur. Darüber hinaus finden eine Reihe von Bestimmungen außerhalb des belgischen Teils der Nordsee Anwendung auf belgische Staatsangehörige und-Schiffe.
Die allgemeinen Prinzipien des Umweltrechts sind in diesem grundlegenden Gesetz zusammengefasst:
 Das Präventionsprinzip: Vorbeugen ist besser als Heilen;
 Das Vorsorgeprinzip: Präventionsmaßnahmen müssen getroffen werden, sobald es einen Grund zur Beunruhigung über Verschmutzungen gibt;
 Das Nachhaltigkeitsprinzip: die menschlichen Tätigkeiten müssen so gesteuert werden, dass die Ökosysteme des Meeres in einem Zustand erhalten werden, der die Dauerhaftigkeit der Benutzung des Meeres garantiert;
 Das Verursacherprinzip: die Kosten der Prävention und des Kampfes gegen die Verschmutzung sind vom Verursacher zu tragen;
 Das Wiederherstellungsprinzip: im Fall von Umweltschäden oder -störungen muss die Meeresumwelt so bald wie möglich in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzt werden;
 Das Prinzip der objektiven Verantwortlichkeit: im Fall von Umweltschäden oder -störungen in der Meeresumwelt infolge eines Unfalls oder eines Gesetzesverstoßes ist die den Schaden oder die Störung verursachende Partei verpflichtet Abhilfe zu schaffen, selbst wenn sie keinen Fehler gemacht hat.

• Die Prioritäten der Meeresumweltpolitik werden wohlgemerkt vom Minister oder Sekretär des zuständigen Landes festgelegt. Der Politikvorschlag präzisiert die Hauptprinzipien der Regierungsvereinbarung und stellt die strategischen Hauptorientierungsmarken der Politik dar.

• Die Meeresumweltpolitik wird stark vom internationalen Kontext bestimmt, vor allem durch die Europäische Union. Deshalb ist das Vorgehen in einem internationalen Rahmen eine Konstante in der Funktionsweise des Dienstes Meeresumwelt. Das heißt einerseits, dass diese internationale Politik aktiv in den internationalen Foren gestaltet werden muss, und andererseits, dass internationale Vereinbarungen und Verpflichtungen umgesetzt werden müssen (europäische Verordnung).

• Die Durchführung der Meeresumweltpolitik impliziert die Planung der menschlichen Tätigkeiten auf dem Meer auf nachhaltige Weise: welche Tätigkeiten sind möglich, welche nicht, welche Grundbedingungen müssen beachtet werden?

• Die Durchführung einer Meeresumweltpolitik impliziert ebenso die Koordinierung, vorrangig mit den anderen föderalen und regionalen Institutionen in Belgien. Deshalb arbeitet der Dienst Meeresumwelt bilateral oder über konzertierende und Mitteilungsstrukturen mit anderen föderalen oder regionalen Verwaltungsbehörden zusammen, um die Meeresumweltpolitik in die Tat umzusetzen.