Der Haubentauscher (Podiceps cristatus)

Beschreibung und Vorkommen der Tierart

Der Haubentaucher ist ein mittelgroßer Vogel mit schlankem Hals und spitzem Schnabel. In Flandern ist der Haubentaucher ein Zugvogel, der sich entlang aller Binnenwasserläufe findet, aber mehr als 1 % der europäischen Population frequentieren regelmäßig unsere Küstengewässer, vor allem in der Zeit von Oktober bis April. Die Zahl der Haubentaucher an der Küste kann in Abhängigkeit von der Strenge des Winters stark schwanken. Frieren die Binnengewässer in Europa zu, müssen viele Haubentaucher am Meer überwintern. Sie schwimmen auf der Wasseroberfläche und fangen ihre Beute durch kurze Tauchgänge.

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Haubentaucher - Misjel Decleer foto

Gefährdung

Da der Haubentaucher auf dem Wasser schwimmt, wird er durch Verunreinigungen durch Erdöl stark in Mitleidenschaft gezogen.

Die Brandseeschwalbe (Sterna sandvicensis)

Beschreibung und Vorkommen der Tierart

Die Brandseeschwalbe ist ein für die Küste typischer Zugvogel. Wie die Fluss-Seeschwalbe und die Zwergseeschwalbe ist die Brandseeschwalbe ein eleganter Vogel, dessen Größe überrascht, vor allem aber sein schwarzer Schnabel mit der gelben Spitze. Diese Art ist bei uns vor allem von März bis September zu beobachten, besonders häufig im Mai. Seine Zahl erreicht oft mehr als 1 % der europäischen Population.


Die größten Ansammlungen von Brandseeschwalben findet man in 25 bis 30 Kilometer von der Küstenlinie entfernt auf der Höhe von Zeebrügge - bei Vlakte van de Raan und den Vlaamse Banken. Während der Herbstzüge sind sie oft auch nahe der Thorntonbank anzutreffen.
Die Brandseeschwalben suchen ihre Nahrung in der Regel im Küstengewässer (bis zirka 15 Kilometer vor der Küste), können manchmal aber bis zu 60 Kilometer weit hinaus fliegen, um Nahrung für ihren Nachwuchs zu finden. Weiter draußen auf dem Meer wurde diese Vogelart nur selten gesichtet. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Fischen, während der Nistzeit aber auch aus Seeringelwürmern (Nereis sp.).

Grote stern
Fluss-Seeschwalbe - Koen Devos – INBO Foto

Gefährdung

In den Nistgebieten sind die Brandseeschwalben sehr empfindlich gegenüber Störungen (die u.a. auch durch Surfer verursacht werden), Überschwemmungen, Räubern (vor allem Möwen und Landräubern wie dem Fuchs) und Verunreinigungen. Darüber hinaus wird ihr Nistraum durch die Erweiterung von Wohn-, Industrie- und Hafengebieten sowie das Zuwachsen offener Nistflächen bedroht. Das liegt auch daran, dass die Brandseeschwalbe eine begrenzte Zahl von Arten jagt, die gleichfalls empfindlich auf Nahrungsmangel reagieren, sobald es an guter Beute in der richtigen Größe mangelt. Auch die Windkraftanlagen in der Gegend um Zeebrügge fordern manches Opfer.


Die Fluss-Seeschwalbe (Sterna hirundo)

Beschreibung und Vorkommen der Tierart

Die Fluss-Seeschwalbe ist die Seeschwalbenart, die am wenigsten an die Küste gebunden ist: sie nistet häufig auch im Binnenland. Diese elegante Vogelart unterscheidet sich von den beiden anderen, abgesehen von der Größe, durch einen roten Schnabel mit schwarzer Spitze. Die Fluss-Seeschwalbe wird vor allem von April bis Oktober im belgischen Teil der Nordsee beobachtet und tritt besonders häufig im Mai auf.

Ihre Nahrung setzt sich grundsätzlich aus kleinen Fischen und Wirbellosen zusammen, wie kleine Garnelen und kleine Krabben. Die Gesamtzahl der Fluss-Seeschwalben wir auf 170.000 bis 210.000 geschätzt. Durchschnittlich mehr als 1 % der europäischen Population (1.900 Exemplare) nistet in einer Kolonie im Hafen von Zeebrügge. 2004 wurden in der Spitze 4,8 % der Population gezählt. Jedoch nistet während des Vogelzugs ein unbekannter Teil der nordeuropäischen Population in unserer Nordsee.

Visdief-Koen Devos-INBO
Brandseeschwalbe - Misjel Decleer Foto

Gefährdung

Die Fluss-Seeschwalbe reagiert empfindlich auf Störungen oder Verlust ihres Nistraums, auf Jäger (vor allem Möwen und landlebende Räuber), auf Konkurrenten, die ihnen, wie besonders die Möwe, die Nistplätze streitig machen, sowie auf Verunreinigungen (insbesondere nicht abbaubare umweltgefährliche Stoffe oder Stoffe, die nur sehr langsam abgebaut werden, wie Schwermetalle oder bestimmte Chemikalien, wie Pestizide und Herbizide). Schließlich fordern die Flügel der Windkrafträder ihre Opfer (zum Beispiel im Hafen von Zeebrügge). 
 
Die Zwergmöwe (Hydrocoloeus minutus – früher Larus minutus)

Beschreibung und Vorkommen der Tierart

Die Zwergmöwe unterscheidet sich von den meisten anderen Möwenarten, abgesehen von der geringeren Größe, durch die weiße Oberseite und die dunkle Unterseite der Flügel. Diese Vogelart findet sich in unserer Nordsee während des Herbstzugs (von September bis November), vor allem aber während des Frühjahrszugs (von Februar bis April).

Belgien ist als Zuggebiet von hoher Bedeutung, denn ein großer Teil der europäischen Population (vermutlich mehr als 50 %) rastet hier, wenn auch meist nur für kurze Zeit. Im Winter ist das Aufkommen wesentlich geringer: durchschnittlich kaum 1 % der europäischen Population hält sich dann in unserer Nordsee auf.

Dwergmeeuw- Misjel Decleer
Zwergmöwe - Misjel Decleer Foto

Gefährdung

Derzeit ist die Zwergmöwe in unserer Nordsee kaum gefährdet. Die Zwergmöwe lässt sich tagsüber kaum durch Schiffe oder Urlaubsverkehr stören, die allerdings für die Nachtruhe bedeutsam sein können.

Die Trauerente (Melanitta nigra)

Beschreibung und Vorkommen der Tierart

Die Trauerente ist der kleinste Entenvogel, der bei uns vorkommt. Das Männchen ist einheitlich schwarz und weist keine hellen Abzeichen an den Flügel auf wie die Samtente (Melanitta fusca). Das Weibchen ist dunkelbraun gefärbt. Die untere Gesichtshälfte ist grauweiß, ohne die besonderen hellen Flecken am Kopf wie bei der Samtente.

Diese Art findet sich das ganze Jahr über in relativ kleinen Gruppen innerhalb eines Bereichs von 10 km vor der Küste. Häufiger ist sie im Winter: die größte Zahl wird im Februar und März angetroffen.
Ihre Nahrung beschränkt sich großteils auf die Krustentiere, die sie fängt. In den neunziger Jahren konzentrierte sich die Trauerente vor allem in der Gegend um Nieuwpoortbank (wo damals die Trogmuschel - Spisula subtruncata) ausgedehnte Bänke bildete), hat zwischenzeitlich jedoch andere Gebiete gefunden, vor allem zwischen Ostende und der französischen Küste mit Konzentration auf der Höhe von Koksijde. Sie jagt vermutlich vor allem die amerikanische Scheidenmuschel (Ensis directus), eine invasive Art, deren Zahl im letzten Jahrzehnt stark zugenommen hat.

Zwarte zee-eend - Jan Cornelissen
Trauerente - Jan Cornelissen Foto

Gefährdung

Die Trauerente schwimmt oft in großen Gruppen und reagiert daher sehr empfindlich auf Verunreinigungen durch Erdöl und Ölteppiche.